Kerman – bedeutendste Knüpfregion Irans

Heute möchten wir Ihnen eine weitere Teppichart vorstellen; die Kerman-Teppiche. Auch bekannt unter der Bezeichnung Kirman-Teppiche. Kerman liegt im Süden Irans, unweit der Dascht-e-Lut Wüste und auf ca. 1.800 Metern Höhe. Die Stadt war in der Vergangenheit ein wichtiger Handelsort für Karawanen auf ihrem Weg nach Indien. Sie blickt auf eine lange Tradition der Teppichknüpfkunst zurück. Kerman ist bis heute die einzigste Stadt Irans, in der die Mehrheit der Bewohner von der Teppichproduktion lebt. Das macht sie zum bedeutendsten Knüpfgebiet des Landes.

 

img_1760

Doch was macht diese Teppiche aus? Das möchten wir Ihnen nachfolgend kurz zusammenfassen. Die häufigste Grundfarbe ist rot mit meist zentralem Mittelmedaillon. Zumeist umrahmt von einer breiten Blumenbordüre. Alte Kerman-Teppiche bis zum ersten Weltkrieg weisen häufig Baum-, Tier oder Figurenmotive auf.  Dagegen erkennt man modernere Exemplare an ihrem oft verwendeten Blumen-Reihenmuster. Geknüpft wird mit hochwertiger, fein gesponnener Wolle im asymmetrischen Knoten oder auch Senneh-Knoten genannt. Ganz typisch ist das üppige florale Muster, die vielen aneinander gereihten Blüten. Dabei haben die Bordüre wie das Medaillon stets dieselbe Farbe. Das sorgt für ein harmonisches Gesamtbild des Teppichs. Die durchschnittliche Dichte beträgt zwischen 160.000 – 380.000 Knoten pro Quadratmeter und liegt damit bereits im engmaschigen Bereich.

 

Beispiel eines Kerman-Teppichs, Foto: Makhdokht Farhadian, www.1001nachthamburg.de

Beispiel eines Kerman-Teppichs, Foto: Makhdokht Farhadian, www.1001nachthamburg.de

Große Vielfalt in Muster und Gestaltung

Kerman-Teppiche werden auch als „Vasentechnik-Teppiche“ bezeichnet. Der Begriff leitet sich durch das gerichtete Muster der aus Vasen entspringenden Blüten und Pflanzen ab. Hiervon gibt es insgesamt sieben unterschiedliche Typen, die sich durch die Art der Motive (Arabesken-,  Gitter-  oder Gartenmotive) sowie der Anordnung der Motive und des Medaillons (zentral oder diagonal) unterscheiden. Gemeinsam ist allen Kerman-Teppichen, dass die Kettfäden (vertikal) aus Baumwolle bestehen und es insgesamt drei Schussfäden (horizontal) gibt. Dabei sind der erste und dritte Schussfaden aus Wolle, der mittlere aus Seide. Die Schussfäden aus Wolle liegen im Inneren des Flors, der Seidenfaden dagegen verläuft vom Flor zur Bodenseite. Er ist es auch, der bei Abnutzung als Erstes sichtbar wird. Dann ersteht der optische Effekt von Eisenbahnschienen, die über den Teppich verlaufen.

Um Ihnen einen ersten Eindruck dieser traditionellen Teppiche zu geben, sehen Sie hier einige Beispiele aus unserem Geschäft. Für mehr Eindrücke besuchen Sie uns gern von Montag bis Samstag vor Ort oder vereinbaren telefonisch einen Beratungstermin, um keine Wartezeit zu haben.