Isfahan – heimliche Hauptstadt und Teppichhandel mit langer Tradition

Diese Woche möchten wir Ihnen in unser Teppichkunde die Isfahan-Teppiche vorstellen. Man findet sie auch oft unter der Bezeichnung Esfahan, beides führt auf dieselbe Region zurück. Diese zählen ähnlich wie Naain oder Täbriz-Teppiche zu den Spitzenprodukten des Irans. Doch bevor wir Ihnen die einzelnen Merkmale aufführen, möchten wir Ihnen ein bißchen mehr über die Herkunft dieser hochwertigen Teppiche verraten.

Isfahan ist heute eine bedeutende Industriestadt mit ca. 1,2 Millionen Einwohnern im Westen Irans. Gleichzeitig ist die Stadt seit dem 17. Jahrhundert eines der wichtigstes Zentren für den Teppichhandel des Landes. Denn Isfahan blickt auf eine lange bewegte Geschichte zurück: In der Sawidenzeit (1502-1736) war Isfahan sogar die Hauptstadt des Irans. Aus dieser Zeit stammen unzählige Parks, alte Brücken sowie zwei beeindruckende Moscheen. Die Stadt ist ein architektonisches Meisterwerk und auch heute noch eine der schönsten Städte des Islams.

 

Florale Ornamente eines Isfahan-Teppichs, Foto: Mahdokht Farhadian, www.1001nachthamburg.de

Merkmale eines Isfahan-Teppichs

Wie erkennen Sie nun einen Teppich dieser Gattung? Typisch für diese Teppichart ist die Verwendung hochwertiger Wolle, teilweise auch Korkwolle. Korkwolle wird durch Auskämmen gewonnen, wodurch eine höhere Reinheit und Kräuselung der Wolle vorhanden ist. Sie wird ausschließlich für hochwertige Teppiche, wie den Isfahan-Teppich, verwendet. Die Ketten- (vertikal) und Schussfäden (horizontal) sind meist aus Baumwolle, zum Teil auch aus Seide. Die Knüpfung erfolgt mit einem asymmetrischen Knoten, auch persischer Knoten genannt. Dieser ermöglicht durch seine Technik eine besonders dichte Knüpfung, was eine hohe Festigkeit bedeutet. Isfahan-Teppiche weisen einen niedrigen Flor und Dünne bei gleichzeitiger hoher Knüpfdichte auf. Die durchschnittliche Knotenzahl schwankt zwischen 650.000  bis 850.000 Knoten pro Quadratmetern. Es ist die einzigste Teppichart, die vereinzelt sogar eine Feinheit von bis zu einer Million Knoten pro Quadratmeter aufweist. Im Vergleich dazu haben Nomadenteppiche nur eine durchschnittliche Knotenzahl von ca. 50.000 – 200.000 Knoten pro Quadratmetern.

Typische Muster sind Miniaturen, florale Ranken, sowie Tier- und Jagdszenen. Es ist meist ein durchgemustertes Feld sowie ein Medaillon vorhanden. Die Bordüre weist klassisch eine Verzierung mit Lanzettblättern auf. Ein klassisches Qualitätsmerkmal für Isfahan-Teppiche sind die mehrfarbigen Kettenfäden oberhalb der Fransen. Je mehr Farben vorhanden sind, desto exklusiver der Teppich.

Im Artikel finden Sie einige Beispiele dieser geschichtsträchtigen Teppiche. Wenn Sie mehr sehen möchten, besuchen Sie uns einfach vor Ort im Geschäft. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin und wir stehen Ihnen mit Rat & Tat kompetent zur Seite!