Bidjar Teppiche – die Königsklasse der Orientteppiche

Im heutigen Teil unserer Teppichkunde widmen wir uns den Bijdar-Teppichen. Diese Teppiche sind vor allem durch ihre hochwertige Wolle sowie ihre Dicke, Dichte und Festigkeit bekannt. Die Stadt Bidjar, nach der die Teppiche benannt sind liegt im Nordwesten Irans in der Provinz Kordestan. Ihre Lage in 1.920 Metern Höhe verdankt sie auch die Bezeichnung „das Dach des Irans“ zu sein. Bidjar liegt auf einer alten Handelsroute und ist seit Jahrhunderten international bekannt als eine Hochburg der Teppichproduktion. Doch was macht diese Teppiche so exklusiv? Die Hauptmerkmale haben wir Ihnen nachfolgend zusammen gestellt.

Typisches Muster eines Bidjar-Teppichs: die Rombe; Foto: Mahdokht Farhadian/www.1001nachthamburg.de

Typisches Muster eines Bidjar-Teppichs: die Rombe; Foto: Mahdokht Farhadian/www.1001nachthamburg.de

Spezielle Knüpftechnik ist das Geheimnis der Festigkeit

Das herausragendste Merkmal, die hohe Dichte und Festigkeit der Teppiche, wird vor allem durch die spezielle Knüpftechnik erreicht: der Bidjarbindung oder auch türkischer Knoten genannt. Hierzu wird zu den normalen Schussfäden aus Baumwolle ein extra Schussfaden eingezogen. Dieser ist angefeuchtet und wird mit viel Kraft eng mit einem Eisenkamm angeschlagen. Da dies einiges an Kraft erfordert, werden Bidjar Teppiche meist von Männern geknüpft. Die „normalen“ Produktionsfäden Kette (vertikal) und Schuss (horizontal) sind aus Baumwolle, der Flor aus Wolle. Bei exklusiven Modellen wird Korkwolle verwendet, die feine Unterwolle persischer Schafe, die durch Auskämmen gewonnen wird.

Ein weiteres Charakteristikum ist das sogenannte Herati-Muster: Eine Rosette im Rombus mit heller Umrisslinie. Oder alternativ eine achtblättrige Rosette im Medaillon. Meist werden Bidjar-Teppiche in Rot- oder Blautönen geknüpft. Hierbei unterscheidet man städtische Bidjar von ländlichen. Der Unterschied besteht darin, dass städtische Bidjar in Knüpfereien in größeren Formaten gearbeitet werden, die meist ein Mittelmedaillon im Muster aufweisen. Die ländlichen Bidjar dagegen bestehen meist nur im Brückenformat und sind durchgemustert im Mahi-Muster ohne Medaillon oder anderen floral-geometrischen Ornamenten.

Die zwei Hauptproduktionsstätten dieser Teppichart befinden sich in Bidjar und Tekap. Man unterscheidet daher zwischen Bidjars aus Bidjar (von Kurden geknüpft) und denen aus Tekap (geknüpft von Afsharen). Beide Stämme unterscheiden sich durch die Stärke des verwendeten Schussfadens.  Der kurdische Bidjar verwendet ein besonders dickes Schussgarn, das sehr hart ist. So bestechen diese Teppiche durch eine extreme Steife und Festigkeit. Der Afshari-Bidjar verwendet dagegen ein dünneres Schussgarn, und ist damit weniger steif.

Das Wichtigste in Kürze: Merkmale eines Bidjar-Teppich

Bidjar-Teppiche zählen zu den solidesten und und hochwertigsten Orientteppichen. Hier nochmals alle Merkmale im Überblick:

  • hohe Festigkeit durch Bidjarbindung (zusätzlicher feuchter Schussfaden, der mit Eisenkamm angeschlagen wird)
  • typisches Herati-Muster (Rosette im Rombus mit heller Umrisslinie, mit und ohne Medaillon)
  • überwiegend Blau- und Rottöne
  • mittelhoher, sehr dichter Flor
  • Verwendung hochwertiger Wolle bzw. Korkwolle

 

Für den ersten Eindruck sehen Sie hier ein Beispiel aus unserem Geschäft. Für mehr Impressionen besuchen Sie uns einfach vor Ort oder klicken sich durch unseren Online-Shop.

Bidjar-Teppiche sind für Teppichliebhaber, die Exklusivität und Langlebigkeit schätzen.